Tobago 12.12. – 19.12.25

12.12. Überfahrt Barbados – Tobago 130 Seemeilen                                              Gestern den 11.12. haben wir in Barbados ausklariert und holen heute gegen 14 Uhr den Anker hoch. Wir sind mit durchschnittlich 7 kn Speed und 20 kn Wind gut unterwegs. In der Nacht machen uns 2 Squalls ein wenig Arbeit mit Kurswechsel. Wir fahren Groß und Genua im 2. Reff bei 120 Grad zum Wind, da stecken wir auch Böen bis 28 kn locker weg.
Gegen 08:30 ist Land in Sicht. Wir düsen in die Pirates Bay bei Charlotteville und machen an einer der Bojen fest – ankern soll man hier nicht, um die Korallenriffe zu schonen.
Wir nehmen unser Ankerbierchen, hüpfen kurz ins Wasser und fahren an Land, um einzuklarieren. Wir füllen unendlich viele Formulare aus (teilweise mit Kohlepapier als Durchschlag 😁) für Customs, Health und Immigration. Nach 2 Stunden sind wir durch und gönnen uns ein leckeres Mittagessen im Restaurant.
Danach zurück zum Dinghy. Dort ist grade ein kleines Fischerboot angekommen, der Fisch wird direkt am Steg zerteilt.
Zurück auf ILOT holen wir erstmal Schlaf nach und trinken dann einen Sekt 🥂 auf die Ankunft an unserem Traumzielort.

13./14.12. Bootstage in der Pirates Bay     Gestern hat es hier den ganzen Tag geregnet. Von irgendwoher muss der Regenwald ja hier seine Feuchtigkeit bekommen. Für uns wieder eine gute Gelegenheit so dies und das auf dem Boot zu erledigen. Mehl mahlen, Kühlschrank abtauen, Ersatzteile bestellen, Rechnungen bezahlen usw. Kein Problem, den Tag rumzukriegen.
Heute ist das Wetter besser, da kann ich endlich wieder waschen☺️. Thomas bringt neue Positionslichter an und klettert seit Beginn unserer Reise zum dritten Mal auf den Mast, um nach dem Ankerlicht und der Dreifarben-Laterne zu schauen. Diesmal lassen sie sich nicht durch aus- und wieder einstecken in Gang bringen 😏. Das sieht leider nach einem größeren Problem aus.

15.12. Ausflug nach Fort Campbleton   Nachdem wir heute Morgen erstmal den Wasserpass geschrubbt haben, sind wir mit dem Dinghi an Land und sind eine halbe Stunde zum Fort gelaufen, das noch aus der Zeit der britischen Kolonialzeit stammt. Geschichtlich hat Tobago einiges mitmachen müssen.

Im 17. Jahrhundert wechselte Tobago häufig den Besitzer – unter anderem zwischen Spanien, Frankreich, den Niederlanden und Großbritannien – und gilt als eine der am häufigsten umkämpften Inseln der Karibik.

1763 kam Tobago unter britische Kontrolle. Die Wirtschaft basierte auf Zuckerplantagen und Sklavenarbeit; die Sklaverei wurde 1834 abgeschafft. Nach einem wirtschaftlichen Niedergang wurde Tobago 1889 administrativ mit Trinidad verbunden. Seit der Unabhängigkeit von Trinidad und Tobago im Jahr 1962 ist Tobago Teil dieses Staates und besitzt heute eine begrenzte Selbstverwaltung.

Was hier alles so wächst ist unglaublich! Genau die Pflanzen, die Zuhause auf der Fensterbank ihr kümmerliches Dasein fristen, wachsen hier einfach so als Bäume oder Büsche 😳.

Von dem Fort ist nicht mehr viel übrig, außer einer tollen Aussicht auf die gesamte Man of War Bay und zwei Kanonen. Wir treffen hier oben die junge deutsch Familie aus Kleve mit ihren drei Kindern im Alter von 5 – 12, die mit ihrem Boot Matilda an der Boje neben uns liegen. Wir verbringen den Nachmittag am Strand gemeinsam und haben so viel zu erzählen (vor allem die Kinder 🧒), dass wir erst in der Dunkelheit zum Boot zurück fahren.

16.12.   Wir haben uns heute Morgen bei Taylor’s Rental Cars einen Mietwagen für die nächsten 3 Tage organisiert, um noch möglichst viel von der Insel zu sehen. Um 13:00 wollten sie da sein – sie brauchen wohl noch etwas länger, so dass wir uns noch ein Wartebierchen gönnen.

So gegen halb zwei bekommen wir den Mietwagen gebracht und machen uns auf in die Kings Bay. Danach fahren wir nach Speyside zur Blue Water Inn – eine traumhafte Location an der wundervollen Anse Batteaux (ja, die Franzosen waren irgendwann auch Herren dieser Insel). Hier hat es uns so gut gefallen, dass wir uns hier ein außergewöhnliches Abendessen gegönnt haben – Lobster mit leckeren Beilagen!

Blick auf die Batteaux Bay
Gut erhaltene Kanone
Blue Waters Inn

17.12. Tobago Westküste-1   Also der Tag heute war echt der Hammer – Karibik-Feeling pur 🤩🏝️! Wir sind von Charlotteville aus die Westküste entlang mit einer abenteuerlichen Straße und wunderschönen einsamen Buchten – eine schöner als die andere. Tourismus ist hier sehr spärlich, das ist das Grandiose hier. Kühe liegen faul am Straßenrand, Hühner laufen durch die Orte, als würden Sie ihnen gehören, Stress spürt man hier nirgendwo😅. Kein Vergleich zu unserer Lebensweise. Wir haben das Gefühl, wir sind jetzt wirklich in der Karibik angekommen.
Aber schaut euch die Fotos an, dann könnt ihr es bestimmt nachvollziehen.

Bloody Bay

Nach den traumhaften Buchten fahren wir weiter zur Hauptstadt Tobagos, nach Scarborough und schauen uns hier noch Fort St. George’s an.

18.12. Adventure Farm & Nature Reserve                                                            Nachdem wir heute morgen ausklariert haben (nochmal 1 Stunde Formulare ausfüllen), sind wir nochmal 48 km & 1 1/2 Stunden Fahrt zu dem Naturreservat mit den Kolibris gefahren. Sehr faszinierende Vögel, die sich aber schlecht fotografieren lassen, weil sie einfach zu schnell sind. Es gab auch noch viele andere Vögel und beeindruckende Pflanzen – alles sehr liebevoll gemacht. Selbst an so einem bedeutenden Touristen-Hotspot, sind wir die einzigen Gäste!

Inzwischen sind Petra & Martin von der Dalimito angekommen. Wir holen die beiden ab und verbringen nochmal einen sehr schönen Abend in der Blue Water Inn in Speyside.

19.12. Abschied von Tobago    Heute müssen wir uns leider von Charlotteville und Tobago verabschieden, wir wären gerne noch länger geblieben. Eine traumhafte, ursprüngliche und fantastisch grüne Insel ohne Massentourismus und freundlichen Menschen. Aber am Montag Nachmittag kommt Tjorvi in Grenada an, also machen wir uns um halb vier nachmittags auf in die Prickly Bay, das sind ca. 83nm.
Der Abschied ist uns um so schwerer gefallen, weil wir eine sehr schöne Zeit hatten mit der Familie Pieters von der Matilda aus Kleve und ihren 3 Kindern im Alter von 5, 8 und 12 Jahren.
Besonders schwer fällt uns der Abschied von Petra und Martin, es war wieder richtig schön mit den Beiden. Petra hat uns dann noch mit einem Weihnachtsgeschenk überrascht und uns zum Mittagessen eingeladen.
Unseren Mietwagen sind wir auch ohne Probleme los geworden, Schlüssel übergeben, uns bedankt – das war’s. Warum müssen Deutsche immer so kompliziert sein?!

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